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Haarausfall bei Dialyse

Haarausfall bei Dialyse

Funktioniert die Niere nicht mehr richtig, müssen die ausscheidungspflichtigen Stoffe durch eine regelmäßige Dialyse aus dem Körper gespült werden. Anderenfalls kommt es zu einer nierenfehlfunktionsbedingten Blutvergiftung, die durch den Einsatz der Spülflüssigkeit und der Reinigung des Blutes vermieden wird. Im Rahmen der Dialyse kommt es zu einer Veränderung des Säure-Basen-Haushalts, der Ihren Haarwuchs maßgeblich beeinflusst. Da dem Körper bei jeder Behandlung auch Zink entzogen wird, ist Haarverlust bei einer Dialyse die häufigste Begleiterscheinung. Auf die Reinigung Ihres Blutes können Sie nicht verzichten, so dass Sie gegen den Haarausfall auf eine andere Art vorgehen müssen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum es zu Haarverlust bei einer Dialyse kommt
  2. Haarfollikel brauchen Zink und Selen
  3. Ist eine Haartransplantation bei Dialysepatienten möglich?
  4. Eigenhaarimplantat und Zufuhr wichtiger Spurenelemente im Fokus
  5. Zinkmangel ist hauptsächlich für den Haarausfall bei einer Dialyse verantwortlich

Warum es zu Haarverlust bei einer Dialyse kommt

Was für die Funktion Ihrer Niere von immenser Bedeutung ist, stellt für die kontinuierliche Nährstoff- und Mineralstoffversorgung Ihrer Haarfollikel eine große Herausforderung dar.

Bei vielen Patienten tritt der Haarausfall bereits vor der Diagnose und der anschließenden Dialyse auf. Nierenprobleme begünstigen Diabetes mellitus. Diese Erkrankung legt einen Grundstein für Haarausfall, der als begleitendes Symptom und oftmals als erstes Anzeichen des Körpers auf eine bestehende Fehlfunktion auftritt.

Während der Dialyse selbst wird Ihr Blut von schädlichen Harnstoffen und Toxinen gereinigt, die aufgrund der Erkrankung nicht mehr selbstständig über Ihre Nieren ausgeschieden werden. Die Dialyse ist ein vollständiger Flüssigkeitsaustausch in Ihrem Körper, durch den sich der Elektrolytspiegel und das Gleichgewicht von Säuren und Basen verändert.

Bei einer Übersäuerung des Körpers fällt das Haar diffus oder büschelweise aus. Gleiches kann auch bei Veränderungen des Elektrolythaushalts und bei Zinkmangel geschehen. Nicht ohne Grund wird bei Dialysepatienten regelmäßig ein großes Blutbild gemacht und auf lebenswichtige Spurenelement kontrolliert.

Auch der Blutgerinnungshemmer, der bei Dialysen eingesetzt wird, kann aufgrund seiner durchblutungsverändernden Wirkung zu starkem Haarausfall führen.

Haarfollikel brauchen Zink und Selen

Kalium, Zink und Selen sind wichtige Grundbausteine für Ihr Haar. Fehlt nur ein Spurenelement, entsteht ein Ungleichgewicht in Ihrem Blut und das Haar wird nicht mehr ausreichend versorgt. Haben Sie als Patient eine kurzzeitige Dialyse mit beispielsweise 10 Einheiten erhalten?

Während der Behandlung selbst tritt in diesem Fall meist kein Haarverlust auf. Umso verwunderter sind Patienten, wenn die Haare Wochen oder Monate nach der Dialyse auf einmal dünner werden oder büschelweise beim Kämmen oder während der Haarwäsche ausgehen.

Schuld ist eine Unterversorgung der Follikel mit allen für den stabilen und dichten Haarwuchs verantwortlichen Stoffen. Der häufigste Grund für diffusen Haarausfall bei und nach der Dialyse ist Zinkmangel und an zweiter Stelle steht ein herabgesenkter Selenspiegel. Die Mangelerscheinungen können einzeln oder in Kombination auftreten.

Fehlen Ihrem Körper mehrere Spurenelemente und Mineralstoffe, verstärkt sich der Haarverlust und kann binnen kurzer Zeit zur Glatzenbildung führen. Da Sie die Ursache für den Haarverlust bei einer Dialysenicht „abstellen“ können, sollten Sie sich explizit auf die Zufuhr der fehlenden Haarbausteine konzentrieren beispielsweise Präparate mit Zink und Selen nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Ist eine Haartransplantation bei Dialysepatienten möglich?

Sie dürfen sich entspannen. Auch wenn Sie dauerhaft zur Dialyse müssen und auf eine Spenderniere warten, müssen Sie den Haarausfall nicht in Kauf nehmen. Während sich Haarverlust bei Kurzzeitdialysen meist selbstständig reguliert und nicht von Dauer ist, verhält es sich bei chronischen Nierenerkrankungen anders.

Im Vorgespräch in der Haarklinik Ihrer Wahl werden Sie zu Vorerkrankungen und aktuellen Behandlungen befragt. Dass Sie zur Dialyse gehen, darf dem Behandlungsteam nicht verschwiegen werden. Eine Eigenhaarimplantation ist möglich und führt zum gewünschten Ergebnis.

Da Ihr Körper durch die Nierenreinigungen einer großen Belastung und Schwankungen im Mineralstoffhaushalt ausgesetzt ist, bekommen Sie wichtige Tipps für die Versorgungssicherheit der frisch verpflanzten Follikel. Um den implantierten Haarwurzeln ausreichend Kraft zur Einheilung zu geben, ist die Einnahme von Zusatzpräparaten mit wichtigen Nährstoffen essenziell.

Trotz Dialyse können Sie das Ergebnis nach spätestens 6 Monaten bestaunen und werden begeistert sein, wie dicht Ihr Haar nach einer Implantation wächst.

Eigenhaarimplantat und Zufuhr wichtiger Spurenelemente im Fokus

Mit der Implantation von Eigenhaar entscheiden Sie sich für eine wirkungsvolle Maßnahme, Ihren Haarwuchs zu stärken und kahle Areale auf dem Kopf auszugleichen. Da sowohl das Haar im Spender- wie im Empfängerbereich gerade in der Heilungsphase ausreichend Nährstoffe benötigt, werden Sie in einer Haarklinik über zusätzliche Einnahme mit lebenswichtigen Nährstoffen für das Haar beraten.

Die Behandlung selbst ist minimalinvasiv und schmerzfrei. Sie ist bei Dialysepatienten problemlos durchführbar und lässt sich mit Ihrer Blutreinigung im Krankenhaus oder Zuhause vereinbaren. Dennoch sollten Sie die Haartransplantation auch mit dem Dialysearzt besprechen.

Die Einnahme von zusätzlichen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Zink wirkt sich auf Ihr gesamtes Hautbild, auf den Haarwuchs und auf die Stabilität der Fingernägel aus. Eine Kontraindikation bei Dialysepatienten ist nicht bekannt

Zinkmangel ist hauptsächlich für den Haarausfall bei einer Dialyse verantwortlich

Wenn es zu verstärktem Haarausfall bei der Dialyse kommt, sollten Sie die Behandlung als Auslöser und nicht als Ursache werten. Die regelmäßige Blutreinigung geht mit einer Minderung des Zinkhaushalts einher und kann obendrein zu Kalium- und Selenmangel führen.

Dünner werdendes oder büschelweise ausfallendes Haar fallen vor allem Dialysepatienten mit dünnem Haarwuchs auf. Auch sollten Sie wissen, dass der Haarverlust nicht bei der Dialyse, sondern in den meisten Fällen Wochen nach der Blutreinigung auftritt. Je häufiger Sie zur Dialyse müssen, umso mehr verstärkt sich der Haarausfall.

Daher empfiehlt sich bei Dauerpatienten eine Haartransplantation mit dem Fokus auf den Ausgleich der dialysebedingten Mängel. Neben der Einnahme von Zink- und Selenpräparaten sollten Sie nach Anweisung des Behandlungsteams nach der Eigenhaarimplantation follikelstärkende Pflegeprodukte verwenden.

Die Kräftigung Ihrer verpflanzten Haare erfordert bei Patienten mit Nierenerkrankungen höchste Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Dennoch kann eine Haartransplantation durchaus empfohlen werden, wenn Sie den Haarausfall nicht akzeptieren und mit einer Glatze leben möchten.

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