Wird bei einer Haartransplantation eine schlechte Anwuchsrate erzielt, machen Kunden oft den Arzt dafür verantwortlich. Dabei kann selbst der beste Chirurg Komplikationen nicht ausschließen: Schließlich ist jeder Kunde anders und reagiert individuell auf die Eigenhaarverpflanzung. Lesen Sie hier mehr darüber, wie es dazu kommt, dass der Körper die frisch verpflanzten Grafts abstößt – und was Sie selbst dagegen tun können.

Haartransplantation Schlechte Anwuchsrate

Haartransplantation – schlechter Anwuchs ist die Ausnahme

Eine der modernsten Methoden ist die sogenannte Follicular Unit Extraction, abgekürzt FUE. Die Besonderheit daran: Der Arzt versetzt jedes Follikel einzeln vom Spenderbereich an den Empfängerbereich. Ein Follikel ist dabei eine Haareinheit mit bis zu vier Einzelhaaren – auch Graft genannt. 

Unabhängig von der Methode ist der Spenderbereich meistens der Haarkranz. Hier wachsen nämlich besonders robuste Haare, die von genetischen Veränderungen im Körper nicht betroffen sind. Deshalb hält so eine Verpflanzung ein Leben lang. Vorausgesetzt, sie war erfolgreich.

Anwuchsrate – was ist das?

Erfolgreich heißt vor allem: ein hohes Wachstum. Sie lässt sich messen – gut sind um die 80 Prozent angewachsener Follikel. Viele Kunden wünschen sich eine möglichst hohe Anwuchsrate. Das ist verständlich, bringt aber auch ein paar Probleme mit sich. Stichwort: Dense Packing.

Was hat Dense Packing mit dem Wachstum zu tun?

Dense packing bezeichnet eine Haarimplantation in sehr hoher Dichte. Klar, wer mehr Haare hat, fühlt sich attraktiver. Beachten Sie aber, dass eine sehr hohe Dichte oft zur Folge hat, dass in einigen Fällen weniger Haare anwachsen.
Wenn nämlich mehr Follikel pro cm² verpflanzt werden, müssen sie sich den vorhandenen Platz teilen. Das erfordert zum einen extrem präzise Arbeit Ihres Chirurgen. Macht er hier Fehler, etwa beim Öffnen der winzigen Haarkanäle, werden die betroffenen Haareinheiten später unweigerlich abgestoßen. 

Zum anderen braucht es für mehr Follikel auch eine bessere Durchblutung Ihrer Kopfhaut. Mangelt es daran, können ebenfalls Follikel absterben. Aus diesen Gründen diskutieren selbst Experten Dense Packing bis heute eher kontrovers.

Wie kann es noch zu einem schlechten Ergebnis kommen?

Haarwurzeln sprießen nicht gleich mit voller Kraft. Rechnen Sie mit mehreren Monaten, häufig ist auch mehr als ein Jahr, bis alles richtig anwächst. Das ist keine Komplikation, sondern vollkommen natürlich. 

Eine schlechter Wachstum hingegen zeigt, dass etwas schiefgelaufen ist. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Kunstfehler können sein:

  • zu lange Trennung vom Körper
  • Fehler beim Einsetzen – Probleme am Haarkanal
  • Verletzen der Haarwurzeln
  • zu viele Haare auf einmal verpflanzt

Haartransplantation: schlechten Anwuchs vermeiden

Sie selbst können viel für ein optimales Wachstum machen. Dies betrifft vor allem die Zeit nach dem Eingriff: Jetzt sind die verpflanzten Haare noch sehr empfindlich. Deshalb gibt Ihnen Ihre Klinik ein paar Pflegehinweise. Halten Sie sich daran und fördern damit ein gutes Ergebnis.

Allerdings stellen Sie eigentlich schon lange vorher die Weichen für Erfolg oder Misserfolg: mit der Auswahl des behandelnden Arztes. Von seinem Können hängt Einiges ab! Achten Sie daher bei der Auswahl nicht nur auf den Preis. Legen Sie zudem Wert auf eine einschlägige Ausbildung sowie möglichst viel Erfahrung. Zertifikate geben Ihnen darüber ebenso Auskunft wie Erfahrungsberichte ehemaliger Patienten.

Zu guter Letzt: Seien Sie geduldig. Lassen Sie nämlich zu viel in einer Sitzung verpflanzen, passiert das, was wir oben beschrieben haben: Die Erfolgschancen sinken. Nehmen Sie lieber mehrere Sitzungen in Kauf, sollte das erforderlich sein.

Wer gibt Ihnen eine Anwuchsgarantie?
Niemand. Denn kein Mensch kann vorhersehen, wie Ihr Körper auf die Eigenhaarverpflanzung reagieren wird. Vorsicht also bei Garantien – suchen Sie besser einen seriösen Arzt.

Fazit Haartransplantation: Schlechter Wachstum muss nicht sein!

Sie investieren in Ihre Eigenhaarverpflanzung viel Geld. Vergeuden Sie nichts – sorgen Sie vor. Denn eine schlechte Anwuchsrate lässt sich oft verhindern. Mit ein wenig Eigeninitiative finden Sie einen guten Spezialisten, der sowohl über Erfahrung verfügt als auch über das nötige Knowhow und die Technik. Zwar kann Ihnen niemand eine Anwuchsgarantie geben. Doch Sie können von Ihrer Seite ausschließen, dass bei Ihrer Haartransplantation eine schlechte Anwuchsrate auftritt.

Kunstfehler sind häufig der Hektik geschuldet – oder der Profitgier. Achten Sie darum nicht nur auf den Preis einer Eigenhaarverpflanzung. Dann steigen auch Ihre Chancen, bei Ihrer Haartransplantation eine schlechte Anwuchsrate zu vermeiden.