Ursachen von Haarausfall
Haarverlust, Haarausfall oder Haarschwund: egal wie man es nennt, für manche Menschen grenzt der Verlust des Haupthaares an eine Katastrophe. Doch warum gibt es überhaupt den Haarausfall und was sind die Ursachen?

Ursachen von Haarausfall

Warum Haarausfall?

Zunächst einmal ist der Haarausfall ein völlig normaler biologischer Vorgang. Jeder Mensch (Männer und Frauen) verliert jeden Tag eine gewisse Anzahl an Haaren, in der Regel circa hundert am Tag. An Haarwaschtagen sind es etwa 300. Das ist völlig normal und kein Grund in Panik zu verfallen.

Haare haben, wie alle Organismen, nur eine gewisse Lebensdauer, und wenn sie diese erreicht haben fallen sie eben aus. So schafft die Kopfhaut eben Platz für „Nachwuchs“.

Haare durchlaufen drei Wachstumszyklen:

  • Die Anagen- oder Wachstumsphase
  • Die Katagen- oder Übergangsphase
  • Und die Telegen- beziehungsweise Ruhephase

Ist der letzte Zyklus durchlaufen, fallen die Haare aus. Ein Haar wächst übrigens zwei bis sechs Jahre. Die Katagenphase dauert in etwa zwei Wochen. Währenddessen wird das Haar vom Körper nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Die Ruhephase wiederum dauert zwei bis vier Monate. Anschließend fällt das Haar aus, und der Kreislauf beginnt von vorne.

Gründe für Haarausfall – der selbstverursachte Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Kommen wir als Erstes zum selbstverursachten Haarausfall.

Es gibt beispielsweise Menschen, die unter der sogenannten Trichotillomanie leiden – dem Zwang sich die Haare auszureißen.

Eine weitere Zwangsstörung ist die Trichotemnomanie. Bei dieser psychischen Erkrankung schneiden sich Menschen die Haare ab und behaupten unter Haarausfall zu leiden.

Wird die psychische Ursache dieser Erkrankungen behandelt, verschwinden die kahlen Stellen auf dem Kopf in der Regel wieder.

Weiter gibt es die sogenannte „Traktionsalopezie“, die das Ergebnis von zu fest gebundenen Pferdeschwänzen, Zöpfen oder auch Dutts sein kann. Ebenso kann schweres Kunsthaar dazu führen (beispielsweise Rastazöpfe), dass die eigenen Haare ausfallen.

In manchen Fällen kann es sogar durchaus sein, dass die Haarwurzeln dann nicht mehr nachwachsen. Dann hilft nur noch eine Haartransplantation.

Ursachen von Haarausfall – Übergewicht und Diäten

Ursachen von Haarausfall - Übergewicht und Diäten

Auch (starkes) Übergewicht kann sich durchaus negativ auf das Haarwachstum auswirken. Bestimmte Abbauprodukte des Körpers sammeln sich vor allem im Fettgewebe.

Über den Blutkreislauf gelangen diese wiederum in die Talgdrüsen, was zu diffusem Haarausfall führen kann.

Übergewichtige Menschen neigen oft dazu sich „Radikaldiäten“ zu unterziehen. Dadurch werden dem Körper wiederum viel zu wenig Nährstoffe zugeführt, die er dringend braucht.

Dieser Mangel begünstigt wiederum Haarausfall. Für das gesunde Haarwachstum benötigt der Körper beispielsweise Vitamin B und die Spurenelemente Eisen und Zink.

Weitere Ursachen für einen Nährstoffmangel der Haarausfall auslöst sind, neben einer Schwangerschaft (wobei da auch die Hormone eine enorme Rolle spielen, aber dazu später mehr), Krankheiten wie Anorexie oder Bulimie.

Menschen die unter einer solchen Erkrankung leiden, sollten ganz dringend einen Arzt aufsuchen, da diese im schlimmsten Fall mit dem Tod enden kann.

Haarausfall Ursachen – die Hormone/weitere Erkrankungen

Die bekannteste Form von hormonell bedingtem Haarausfall ist mit Sicherheit die androgenetische Alopezie, also der erblich bedingte Haarausfall, unter dem sowohl Männer als auch Frauen leiden können.

Die Ursache für diesen Haarverlust ist bei beiden Geschlechtern gleich. Die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf bestimmte männliche Hormone, nämlich die Androgene. Diese Überempfindlichkeit verkürzt die Lebensdauer der Haare bis sie irgendwann gar nicht mehr nachwachsen.

Bei Männern kann der erblich bedingte Haarausfall schon im Teenageralter beginnen, eben dann wenn die „Hormone einschießen“. Zuerst werden die berühmt-berüchtigten Geheimratsecken immer höher. Im weiteren Verlauf dünnt das Haar am Hinterkopf aus und die sogenannte Tonsur entsteht.

Bei Frauen beginnt die erblich bedingte Alopezie meist viel später, nämlich in den Wechseljahren. Zuerst wird der Scheitel immer breiter, und die Haare werden immer dünner. Irgendwann scheint die Kopfhaut stark durch die verbleibenden Haare.

Mit 95 Prozent ist die androgenetische Alopezie die häufigste Ursache für Haarausfall. Das einzige Mittel, das dauerhaft Abhilfe schafft, ist eine Haartransplantation.

Ursachen von Haarausfall– der diffuse Haarausfall

Ursachen von Haarausfall – der diffuse HaarausfallBeim diffusen Haarausfall dünnt das Haar sich gleichmäßig über den Kopf aus. Unter diesem Sammelbegriff findet man verschiedene Ursachen von Haarausfall. Um noch einmal auf das Thema Hormone zurück zu kommen: Auch sie können durchaus diffusen Haarausfall verursachen, nämlich während oder nach einer Schwangerschaft.

Weitere Ursachen für den diffusen Haarausfall können sein:

  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Krankheiten wie Diabetes oder eine gestörte Schilddrüsenfunktion
  • Stress (siehe unten)
  • Nährstoffmangel (siehe unten)
  • Einseitige Ernährung

Wenn Sie den Verdacht haben, unter diffusem Haarausfall zu leiden, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären. Der Arzt kann dann die entsprechende Therapie einleiten. Eine Haartransplantation ist bei diffusem Haarausfall meist nicht nötig, da die ausgefallenen Haare wieder nachwachsen, sobald die Ursache beseitigt ist.

Gründe für Haarausfall – die Psyche

Ein nicht zu verachtender Faktor bei den Ursachen von Haarausfall ist natürlich die menschliche Psyche. So kann beispielsweise negativer Stress diffusen Haarverlust auslösen. Denn Stress kann durchaus den Haarzyklus beeinflussen und so für vermehrten Haarausfall sorgen. Das liegt daran, dass der Körper, wenn er unter Dauerstress steht, bestimmte Botenstoffe und Neurotransmitter aussendet, die wiederum die Haarfollikel schädigen.

Alle diese Krankheiten haben gemeinsam, dass sie zur sogenannten nicht vernarbenden Alopezie gehören und die Haarfollikel also erhalten bleiben.

Eine Erkrankung bei der die Kopfhaut „vernarbt“ ist die sogenannte Reibeisenhaut oder Alopzia Mucinosa, umgangssprachlich auch skorbutische Gänsehaut genannt. Auch hier sind, wie bei der Alopeziea Areata, die Gründe für den Haarausfall noch nicht abschließend erforscht. Das Haar fällt hier ebenso kreisrund aus, nur mit dem Unterschied, dass das Gewebe anschließend vernarbt. Eine Haartransplantation ist in diesem Fall leider nicht möglich.